Allgemeines Rund ums Babyschwimmen (Quelle Froschzirkus.de)
Im Wasser sind Babys in ihrem Element. Kein Wunder, haben sie doch die ersten 9 Monate ihres Lebens "schwimmend" verbracht. Die Kleinen fühlen sich im feuchten Nass so richtig wohl und genießen die wiederentdeckte Schwerelosigkeit!

Babyschwimmen erfreut sich großer Beliebtheit. Völlig zu Recht, denn es fördert die motorische Entwicklung und macht einfach Spaß. So sind Babyschwimmkurse heute auch aus der frühkindlichen Entwicklungsförderung nicht mehr wegzudenken und werden fast in jedem Schwimmbad angeboten.

Sie dürfen allerdings nicht als Schwimmunterricht im Säuglingsalter verstanden werden. In erster Linie geht es hier um die Freude an der Bewegung im Wasser.

Was bringt Babyschwimmen für die Entwicklung?

Wenn die Schwerkraft ausgeschaltet ist, kann sich Ihr Baby wesentlich leichter bewegen. Im Wasser gelingen ihm plötzlich Bewegungsabläufe, die es an Land erst viele Monate später beherrschen wird. Das fördert die motorische Entwicklung und das Selbstbewusstsein. Der physikalische Druck auf die Lungen wirkt sich positiv auf die Atemfunktion aus. Gleichzeitig stimuliert das Wasser den Tastsinn. Beim Dahingleiten auf Ihren Händen oder auf den Schwimmhilfen lernt Ihr Baby sein Gleichgewicht auszubalancieren. Der intensive Kontakt mit Mama oder Papa verstärkt die emotionale Bindung, und das Gefühl, gehalten und geschützt zu werden.

Lernen die Babys hier schwimmen?

Die Bezeichnung "Babyschwimmen" hat sich im Laufe der Jahre eingebürgert, obwohl die Babys in diesen Kursen nicht schwimmen lernen - und das auch gar nicht sollen. Schwimmen ist ein sehr komplexer Bewegungsablauf, den Kinder erst mit ungefähr vier Jahren wirklich erlernen können.

Vielleicht wäre die Bezeichnung "Eltern-Baby-Wassergymnastik" passender. Im Babyschwimmen wird nämlich geturnt, gespielt und ganz allgemein die Bewegungsfreude gefördert. Die Babys haben Gelegenheit, sich an das Element Wasser zu gewöhnen.

Kann Babyschwimmen vor dem Ertrinken schützen?

In einer gewissen Weise kann Babyschwimmen sogar vor dem Ertrinken schützen. Kleinkinder verfallen in eine Art Schockstarre, wenn sie aus Versehen ins Wasser fallen. Dadurch kann es passieren, dass sie in 10cm flachem Wasser ertrinken.

Im Babyschwimmen werden die Kleinen spielerisch an das Element Wasser gewöhnt und lernen, sich darin zu bewegen. Wenn sie hineinfallen oder mit dem Kopf unter Wasser geraten, können sie sich dadurch eher aus dieser misslichen Lage selber befreien. Vor dem Ertrinken im tiefen Wasser schützt das Babyschwimmen aber nicht!

Ab wann darf mein Baby ins Schwimmbad?

Babyschwimmen ist etwa ab dem 3. Lebensmonat sinnvoll. Dann ist ein Baby normalerweise in der Lage, seinen Kopf in Bauchlage gut selber zu halten und ist nicht mehr so anfällig für Infekte. Wenn Ihr Baby sehr kräftig ist, können Sie auch schon in der 6. bis 8. Woche beginnen.

Frühgeborene dürfen natürlich ebenfalls ins Schwimmbad. Gerade für sie ist das Babyschwimmen besonders hilfreich, da sie oft bei der Motorik noch etwas aufholen müssen. Bei Frühchen sollte man allerdings die Wochen, die Sie vor dem geplanten Geburtstermin auf die Welt gekommen sind, zu den oben genannten Altersangaben hinzurechnen.

Wichtig ist, dass die Wassertemperatur im Becken auf so kleine Badegäste eingestellt ist. 32 Grad sind für Babys optimal!

Was gehört in die Badetasche?

Für einen gelungenen Schwimmbadbesuch sollten Sie folgendes dabei haben:

-Eine Baby-Badehose oder Schwimmwindel mit elastischen Bündchen
-Ein oder zwei kuschelige Handtücher, eventuell mit Kapuze
-Ein mildes Baby-Duschgel, um das Chlorwasser nach dem Bad abzuduschen
-Eine rückfettende Pflegecreme oder Lotion für Babys empfindliche Haut
-Eine frische Windel und ggf. frische Wäsche
-Wickeltasche nicht vergessen!
-Ein Mützchen - je nach Jahreszeit dick oder dünn.
-Baden macht hungrig! Wenn Ihr Baby nicht ausschließlich gestillt wird, sollten Sie also eine Flasche oder für größere Babys einen kleinen Snack (Banane oder Brei) einpacken.
-Badezeug für Mama oder Papa (Badebekleidung, Handtuch, rutschfeste Badeschuhe)
-Ggf. Wasserspielzeug

Noch ein paar Tipps:

Planen Sie genügend Vorlaufzeit mit ein, damit Sie nicht gestresst zur Schwimmstunde kommen. Babys machen gerne dann in die Hose, wenn man es gerade eilig hat. ;-) Obwohl der Kurs selber nur eine halbe Stunde dauert, sollten Sie insgesamt 1,5 bis 2 Stunden einplanen.

In einer Babyschale ist Ihr Baby in der Zeit, in der Sie sich umziehen, gut aufgehoben.

Optimal ist es natürlich, wenn Sie zu zweit sind. Dann kann sich der eine ums Baby kümmern, während sich der andere fertig macht. Aber auch wenn Sie als Mama oder Papa allein mit Ihrem oder Ihrer Kleinen unterwegs sind, haben Sie die Abläufe mit etwas Übung schnell im Griff. Ziehen Sie sich und Ihr Baby am besten immer abwechselnd ein Stück weiter aus bzw. an. Damit vermeiden Sie, dass Ihr Baby friert oder schwitzt, während Sie sich umziehen.

Können Babys von Natur aus schwimmen?

Beim Babyschwimmen macht man sich zwei Reflexe zu Nutze, die das Baby in den ersten Lebensmonaten besitzt: den Schwimmreflex und den Atemschutzreflex. Hält man ein Baby über eine Wasserfläche, macht es automatisch eine Art Schwimmbewegung. Ebenso halten Babys sofort die Luft an, sobald Mund oder Nase mit Wasser in Berührung kommen. Mit Hilfe dieser Reflexe können Babys auch unter Wasser "schwimmen". Das Tauchen ist allerdings nicht unumstritten und wird in den meisten Kursen nur mit dem ausdrücklichen Einverständnis der Eltern ausprobiert. Mit etwa 6 Monaten verliert das Baby langsam diese Reflexe - deshalb ist es gut, vorher mit dem Babyschwimmen zu beginnen.

Tauchen ja oder nein?

Das Thema "Tauchen" wird im Zusammenhang mit dem Babyschwimmen immer wieder diskutiert. Befürworter sehen darin die natürlichste Sache der Welt. Gegner vermuten hier Zwang und übertriebenen Ehrgeiz der Eltern.
Letzen Endes müssen Sie selber entscheiden, ob Sie das Tauchen mit Ihrem Baby ausprobieren möchten und dabei auf Ihr Bauchgefühl hören bzw. auf die Reaktion Ihres Babys achten!

Welche Pflege nach dem Schwimmen?

Wichtig: Vor dem Baden duschen! Das Chlor im Wasser neutralisiert Urin, Keime, Hautschüppchen und auch Kosmetika. Dabei entsteht als Abfallprodukt ein Gas, das in der Luft für den typischen Chlorgeruch sorgt und das die Schleimhäute reizen kann. Um die Menge dieses Gases so gering wie möglich zu halten, ist es wichtig, dass Sie und Ihr Baby vorher duschen, damit Hautschüppchen und Cremerückstände gar nicht erst ins Wasser gelangen. Das hat also nicht nur etwas mit Sauberkeit und Hygiene zu tun! Um Hautreaktionen und Reizungen zu vermeiden, sollten Sie und Ihr Baby natürlich auch nach dem Baden duschen. Sie können dafür einen speziellen, rückfettenden Badezusatz oder ein Babywaschgel verwenden. Das tut der Haut jetzt gut.

Gründlich abtrocknen

Keime siedeln sich gerne im feucht-warmen Klima an, besonders in den vielen, kleinen Hautfalten, die so ein kleines Baby in den ersten Monaten hat. Deshalb sollten Sie vor allem die Hautfalten rund um den Hals und im Windelbereich und auch die Zehenzwischenräume sorgfältig abtrocknen. Ohren nicht vergessen, sonst droht schnell eine Mittelohrentzündung. Babys, die schon richtig viele Haare haben, müssen Sie auch föhnen. Bitte setzen Sie das Mützchen erst auf, wenn Sie wirklich nach draußen gehen. Ansonsten schwitzt Ihr Baby am Kopf!
Nach dem Schwimmbad freut sich Babys empfindliche Haut über einen rückfettenden Badezusatz. Das gleicht den Feuchtigkeitsverlust aus, der Folge des Aufenthalts im Wasser ist. Falls Ihr Baby zu trockener Haut neigt, ist das ganz besonders wichtig.
Natürlich freut sich auch Mamas Haut nach dem Baden über etwas Pflege. Wenn es Ihnen zu mühsam ist, Ihre eigenen Pflegeprodukte auch noch mitzubringen, dürfen Sie sich ruhig bei Ihrem Baby bedienen. Egal ob Duschgel oder Lotion - alles, was Babys zarter Haut gut tut, kann Mamas Haut ganz bestimmt nicht schaden!!

Wann sollte das Schwimmen ausfallen?

Es kann durchaus sein, dass Ihr Baby vom Wasser anfangs gar nicht begeistert ist. Lassen Sie ihm Zeit zum Eingewöhnen. Vielleicht schauen Sie mit ihm auch erst einmal nur zu?
Wenn Ihr Baby aber bei der dritten oder vierten Stunde immer noch heftig weint, sollten Sie das respektieren. Sie können es ja in ein paar Wochen noch einmal probieren.
Auch wenn Sie selber einfach nicht gerne ins Wasser gehen, sollten Sie das Babyschwimmen lieber lassen. Abneigungen und Ängste übertragen sich nämlich auf Ihr Kind und so wird das Schwimmen für Sie beide nicht zu dem Spaß, der es eigentlich sein soll.

Dürfen alle Babys zum Babyschwimmen?

Medizinisch gibt es wenige Gründe, warum ein Kind nicht zum Schwimmen darf. Wenn Sie Bedenken haben, weil Ihr Kind unter einer Allergie, Asthma oder Neurodermitis leidet, dann fragen Sie Ihren Kinderarzt, was er vom Schwimmen hält. Ebenso, wenn Ihr Baby eine angeborene Störung oder Behinderung hat.

Heute lieber nicht ins Wasser

Es gibt natürlich auch Tage, an denen Sie das Schwimmen besser ausfallen lassen sollten. Gute Gründe sind offene Wunden, Mittelohrentzündung, Fieber und starke Erkältung sowie Pilzinfektionen - und das gilt sowohl für Ihr Baby, wie auch für Sie selbst! Denn im warmen Wasser und der feucht-warmen Luft verbreiten sich die Keime rasant - daran kann auch das Chlor nichts ändern. Wenn Sie vermuten, dass Ihr Kind "etwas ausbrütet", sollten Sie auch nicht schwimmen gehen. Denn viele Kinderkrankheiten sind schon im Vorfeld, bevor sie ausbrechen, sehr ansteckend.

Erkältungsrisiko im Schwimmbad?

Kritiker führen immer wieder an, dass Babys sich beim Schwimmen leicht erkälten könnten. Studien haben aber inzwischen belegt, dass Kinder, die von klein auf regelmäßig ins Schwimmbad gehen, nicht häufiger krank sind, sondern seltener! Die unterschiedlichen Reize von warmem Wasser und kühlerer Außenluft stärken das Immunsystem und helfen gerade in der kalten Jahreszeit, Erkältungskrankheiten zu vermeiden.

Babyschwimmen in der Stillzeit?

Auch während der Stillzeit dürfen Sie jederzeit ins Schwimmbad gehen. Das schadet den Brustwarzen überhaupt nicht. Natürlich sollten Sie nach dem Baden gründlich duschen und das Chlorwasser abwaschen.